Erkenne dich selbst – per Algorithmus …

Welcome to the weird and wonderful world of algorithms! So heißt es zu Beginn einer sehenswerten Technik-Dokumentation der BBC.(1)  Der erste Algorithmus, von dem wir eine Dokumentation haben, stammt von Euklid. Eine Methode, um den größten gemeinsamen Teiler zweier Zahlen zu finden. Es handelt sich dabei einfach um einen präzise vorgegebenen Satz von Anweisungen, der in jedem Fall ein Ergebnis liefert. Was kann uns das bringen? Den beiden Studenten Larry Page und Sergey Brin brachte es Milliarden, nachdem sie, mehr oder weniger auf den Spuren vom guten alten Euklid, einen Algorithmus fanden, der sehr effizient im World Wide Web nach … – nun, nach was auch immer, suchen kann. Weiterlesen

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Einfach perfekt

Oder: Was ein Holzofen mit Tablettcomputern und kongolesischen Kindern zu tun hat und das alles mit einer gelungenen Einsichtsmeditation

Wir hätten es gerne perfekt. Nicht nur irgendwie OK, sondern perfekt. Wir kennen alle den Unterschied zwischen einem Anzug von der Stange, der einigermaßen passt und irgendwie OK ist und einem von einem Meister seines Faches geschneiderten Anzug, der wirklich wie angegossen sitzt und einfach perfekt ist. Dieser Unterschied ist sehr schwer zu quantifizieren oder zu objektivieren, aber er macht alles aus. Weiterlesen

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Von Führerscheinen und anderen Zertifikaten

«Write your name in gasoline and set that shit on fire!» (1)


Anmerkung für Nicht-Zen-Buddhisten:  Hier geht es um die in eingeweihten Kreisen leidige Frage, ob – und wenn ja wie – eine «Bescheinigung» für die erfolgreich erlangte eigene Verbindung zur eigenen «ursprünglichen Natur» aussehen kann oder sollte. 

Dass einfach irgendwelche Leute irgendwie nach Lust und Laune auf der Straße rumgondeln, haben wir als gute Deutsche nicht so gerne. Selbst Hippie-Opas, die aus Prinzip immer noch, spätestens nach dem dritten Sauvignon, das Lustprinzip – rein aus Prinzip, nicht aus Lust – bis zur letzten Selbstgedrehten verteidigen, haben nichts dagegen, dass auf den Straßen eine gewisse Disziplin herrscht, besonders wenn die Enkelin gerade mit dem Toyota Prius zum Biosupermarkt unterwegs ist. Weiterlesen

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Alles nur ein Spiel. Von Elfen, Kriegern, Magiern und Zen-Buddhisten

«Ah, Samurais! Das ist ja schön, die haben wir noch gar nicht!» Die Frau im Kassenhäuschen am Eingang des Geländes zum Rittergut Brokeloh ist begeistert. Den Impuls, die gute Frau zu korrigieren, unterdrücke ich weil hinter uns noch eine lange Schlange von Tagesbesuchern wartet. Tatsächlich ist es hier ja auch gar nicht von Nachteil – wenn auch nur irrtümlich – als verkleidet zu gelten, denn ‚Gewandete‘, wie es heißt, zahlen ermäßigte Preise und auf das eigentliche Spielgelände hinter den Gebäuden des Rittergutes und jenseits des auch der Allgemeinheit zugänglichen ‚Mittelalterlichen Marktes‘ wird man eben nur ‚gewandet‘ eingelassen.  Weiterlesen

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Wachstum, innen und außen, in Ost und West

Der indische Philosoph und Yogi Sri Aurobindo (1872–1950) übernahm den europäischen Gedanken der Evolution, der implizit aber auch ein lineares Weltbild voraussetzt und sich deswegen mit dem sich immer gleichförmig drehenden Rad des Lebens, als dem zentralen hinduistischen Bild vom menschlichen Dasein, nicht verträgt, und integrierte diesen Gedanken gleichwohl mit der indischen Reinkarnationsidee zu seiner Lehre einer Seelenevolution, von der man heute vielleicht sagen kann, dass sie zum Kernmythos einer globalen New-Age-Spiritualität geworden ist. Weiterlesen

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Love without the falling

Bier ohne Alkohol, Kaffee ohne Koffein, Milch ohne Kuh, Bratwürste ohne Fleisch … –  all das kennen wir und all das wird, gerade in ökologisch und spirituell engagierten Kreisen, immer mehr zum Standard. Und wer sich dann an diesen Standard nicht hält, und, zum Beispiel, beim gemütlichen Beisammensein auf der Terrasse ein Pfeifchen anzündet, hat Gelegenheit innerlich nachzuvollziehen, wie es den Aussätzigen im Mittelalter gegangen sein mag … Weiterlesen

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Kartenhäuser

Neulich kam ein Elektriker zu uns in das Strohballenhaus und verstellte am Wechselrichter unserer Photovoltaikanlage einen internen Kennwert. Die Abschaltfrequenz des Gerätes wurde von ihm von 50,2 Hz auf 51,0 Hz verändert. Nichts Großartiges also, aber zum Selber Machen nicht geeignet. Und diese Umstellung wird nun bei allen kleineren, meist privaten Anlagen, durchgeführt. Zehntausende allein in unserer Region. Die Elektriker sind happy, ihre Auftragsbücher bis Ende des Jahres gut gefüllt.
Warum das Ganze? Weiterlesen

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Über die Gefährlichkeit von Bäumen

Es ist keine Schande, nicht zu wissen, was der 17jährige Robert Goddard dachte, als er eines wundervollen Oktobernachmittags des Jahres 1899 in einem Kirschbaum saß. Obwohl es unser aller Leben beeinflusst hat …

Der junge Robert saß also in diesem Kirschbaum, von dem er erzählt, dass er ungewöhnlich hoch war, und er träumte. Er träumte bis in den frühen Abend hinein und dachte sich Tricks und Gerätschaften aus, Gewichte an Seilen, die, herumgeschleudert, mittels eines geschickt eingesetzten Wechselspiels von Zentripetal- und Zentrifugalkraft, dem Menschen erlauben würden, noch höher zu steigen als nur mit einer Leiter in einen Kirschbaum. Und beim Anblick des Planeten Mars am Abendhimmel träumte er davon, wie schön es doch wäre, Gerätschaften zu haben, die uns erlauben würden, bis hinauf zum Mars zu gelangen … „I was a different boy when I descended the tree from when I ascended“ erklärt er.

Ein paar Jahre später konkretisierte er diese Träume und berechnete Raketenantriebe. Weiterlesen

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Freiheit und Selbstverwirklichung versus Ökodiktatur?

Gute Kunst, so heißt es, sei in der Lage, uns über uns selbst aufzuklären. Mit der, nicht mehr ganz neuen, Frage nach dem Spannungsverhältnis zwischen individueller Freiheit und der „Gefahr“ einer Ökodiktatur, im Hinterkopf, fand ich in einem „online exhibition space“ folgenden Hinweis:  ‚As the world has less and less corners for unknown creatures to hide, animation is one of the most prominent modes to keep monstrosity going.‘ (1)  „Unknown creatures“, unbekannte Kreaturen, haben, so der Autor, haben keinen Platz mehr in der – in unserer – Welt …

Der Eindruck, der hinter einer solchen Aussage steht, und den wir spontan teilen, ist: Wir dominieren diese – unsere – Welt, wir haben keine Platz mehr gelassen für das Unbekannte, für unbekannte Wesen, für DAS FREMDE.

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Spirituell motivierter Öko-Aktivismus. Wie es NICHT funktioniert:

Frage: Wieviel spirituell motivierte Ökoaktivisten braucht es, um eine Birne zu wechseln?

Antwort: Zehn. Einen, um einen Brief an die Glühbirne zu schreiben, in dem sie darum gebeten wird, sich zu ändern. Vier um Online-Petitionen aufzusetzen und zu administrieren. Einen – mit juristischer Vorbildung – um eine Veränderung der Glühbirne per einstweiliger Verfügung zu erwirken. Einen, um liebende Güte auf die Birne auszustrahlen, wohl wissend, dass dies der einzige Weg ist, auf dem wirkliche Veränderungen geschehen können. Einen – mit fünfzehn Jahren Erfahrung in Zen-Meditation, um die Glühbirne in ihrer momentanen Soheit wirklich zu akzeptieren; jemand, der sich auch voll darüber bewußt ist, dass ein Nicht-Akzeptieren des Gegenübers nur großen Schaden für sich selber bedeuten würde. Einen, um ein Buch über die interessante Frage zu schreiben, warum die Glühbirne Veränderung braucht und wie diese zu erreichen wäre. Und einen, um die verdammte Birne zu zerschlagen, denn wir wissen ja alle schon immer, dass sich – letzten Endes – ja doch nichts ändern wird. (1)

Soweit, leicht verändert, Derrik Jensen. Er gehört zu jener Denk- und Aktivistenschule, die ernsthaft der Meinung ist, dass es für nettes Geplänkel längst zu spät ist. Weiterlesen

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