Die Gemeinschaft als der ‘Große Andere’

In den Gemeinschaften, die jetzt versuchen, sich zu formieren – schon in der zweiten oder dritten Generation nach den ersten Ökodörfern und »intentionalen« aber nicht konfessionell gebundenen Gemeinschaften – wird öfters und händeringend nach »Neuen Werten« gesucht. Angesichts dieser – manchmal etwas verzweifelt oder auch etwas naiv wirkenden – Orientierungsversuche könnte eine Erinnerung an den Begriff des ‘Große Anderen'(*) aus der Lacan’schen Psychoanalyse nützlich sein. Weiterlesen

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Channeling. Oder: Wer ist auf der anderen Seite?

Eine der Möglichkeiten, den Zusammenhang zwischen Bewusstsein, bzw. Seele, auf der einen Seite und physischer Welt auf der anderen, zu denken, ist die Annahme, dass die Seelen, d.h. wir selber … – dass wir uns hier auf der Erde in so einer Art planetarer Erziehungsanstalt für schwererziehbare astrale Entitäten befinden. Solcherart Ansichten finden wir in der weit verbreiteten esoterischen Literatur, zum Beispiel in denjenigen Werken, die das sogenannte »Channeling« beschreiben, also Mitteilungen von einer höheren oder jenseitigen Stufe der Existenz durch ein Medium hindurch an das interessierte Publikum.

Nehmen wir einmal einen solchen Bericht für ‘face value’ – wie die Amerikaner, die ja eine Vorliebe für solcherart Esoterik hegen, sagen würden –, also schlicht und einfach: beim Wort. Welche Schlussfolgerungen ergeben sich dann daraus? Weiterlesen

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Die Leidenschaften, die Ideale und der Troll

Sie standen schon auf der Roten Liste der aussterbenden Arten, aber nachdem Internetforen und Online-Magazine ihnen jetzt ein neues Biotop bieten, haben wir wieder öfter mit Trollen zu tun.

Auch wenn wir nur vage mit der nordischen Mythologie vertraut sind, haben wir doch gleichwohl in aller Regel ein ganz gutes Bild davon, was ein Troll ist und wie sich so ein Wesen üblicherweise benimmt. Nicht sehr zivilisiert jedenfalls und nicht von übermäßiger Selbstkontrolle geprägt. Weiterlesen

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Unheimliche Begegnung im dunklen Wald

Neulich, spät abends – Anfang November wird’s ja schon früh stockdunkel – traf ich doch tatsächlich das Hörensagen im Wald. »Du«, sagte das Hörensagen und zeigte mit dem Finger in meine Richtung, woraufhin ich mich umschaute, ob da noch jemand anders auf dem Waldweg unterwegs war, aber, leider nein … – »mit dir muss ich mal reden.« Weiterlesen

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Lernkurven. Oder: Hundert Jahre

Oder: Was wir mit Winterkorn gemeinsam haben und warum Eigenleistung nicht mehr zeitgemäß ist …

Lernkurven können merkwürdige, gelegentlich auch kontraintuitive, Verläufe annehmen. Als Schüler hatte ich in Physik meistens eine Eins in den Klausuren, in Mathematik fiel ich bei Prüfungen durch und bei der Wiederholungsprüfung dann noch einmal. Obwohl für andere Leute kein Unterschied in den Inhalten (sind doch dieselben Formeln!) zu erkennen war. Weiterlesen

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Wenn Idealisten mit der Wirklichkeit konfrontiert werden

Was geschieht eigentlich, wenn wir Idealisten mit der realen Wirklichkeit konfrontiert werden?

Angenommen wir haben es also mit Idealisten zu tun, die nicht in einer jenseitigen Astral- oder Mental-Welt leben, in der jeder Gedanke sofort Wirklichkeit wird, bzw. es keine wahrnehmbare Differenz zwischen Wünschen, Denken und Sein gibt, sondern in einer physischen Wirklichkeit innerhalb einer Biosphäre auf einem realen Planeten, was dann? Weiterlesen

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Erkenne dich selbst – per Algorithmus …

Welcome to the weird and wonderful world of algorithms! So heißt es zu Beginn einer sehenswerten Technik-Dokumentation der BBC.(1)  Der erste Algorithmus, von dem wir eine Dokumentation haben, stammt von Euklid. Eine Methode, um den größten gemeinsamen Teiler zweier Zahlen zu finden. Es handelt sich dabei einfach um einen präzise vorgegebenen Satz von Anweisungen, der in jedem Fall ein Ergebnis liefert. Was kann uns das bringen? Den beiden Studenten Larry Page und Sergey Brin brachte es Milliarden, nachdem sie, mehr oder weniger auf den Spuren vom guten alten Euklid, einen Algorithmus fanden, der sehr effizient im World Wide Web nach … – nun, nach was auch immer, suchen kann. Weiterlesen

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Einfach perfekt

Oder: Was ein Holzofen mit Tablettcomputern und kongolesischen Kindern zu tun hat und das alles mit einer gelungenen Einsichtsmeditation

Wir hätten es gerne perfekt. Nicht nur irgendwie OK, sondern perfekt. Wir kennen alle den Unterschied zwischen einem Anzug von der Stange, der einigermaßen passt und irgendwie OK ist und einem von einem Meister seines Faches geschneiderten Anzug, der wirklich wie angegossen sitzt und einfach perfekt ist. Dieser Unterschied ist sehr schwer zu quantifizieren oder zu objektivieren, aber er macht alles aus. Weiterlesen

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Von Führerscheinen und anderen Zertifikaten

«Write your name in gasoline and set that shit on fire!» (1)


Anmerkung für Nicht-Zen-Buddhisten:  Hier geht es um die in eingeweihten Kreisen leidige Frage, ob – und wenn ja wie – eine «Bescheinigung» für die erfolgreich erlangte eigene Verbindung zur eigenen «ursprünglichen Natur» aussehen kann oder sollte. 

Dass einfach irgendwelche Leute irgendwie nach Lust und Laune auf der Straße rumgondeln, haben wir als gute Deutsche nicht so gerne. Selbst Hippie-Opas, die aus Prinzip immer noch, spätestens nach dem dritten Sauvignon, das Lustprinzip – rein aus Prinzip, nicht aus Lust – bis zur letzten Selbstgedrehten verteidigen, haben nichts dagegen, dass auf den Straßen eine gewisse Disziplin herrscht, besonders wenn die Enkelin gerade mit dem Toyota Prius zum Biosupermarkt unterwegs ist. Weiterlesen

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Alles nur ein Spiel. Von Elfen, Kriegern, Magiern und Zen-Buddhisten

«Ah, Samurais! Das ist ja schön, die haben wir noch gar nicht!» Die Frau im Kassenhäuschen am Eingang des Geländes zum Rittergut Brokeloh ist begeistert. Den Impuls, die gute Frau zu korrigieren, unterdrücke ich weil hinter uns noch eine lange Schlange von Tagesbesuchern wartet. Tatsächlich ist es hier ja auch gar nicht von Nachteil – wenn auch nur irrtümlich – als verkleidet zu gelten, denn ‘Gewandete’, wie es heißt, zahlen ermäßigte Preise und auf das eigentliche Spielgelände hinter den Gebäuden des Rittergutes und jenseits des auch der Allgemeinheit zugänglichen ‘Mittelalterlichen Marktes’ wird man eben nur ‘gewandet’ eingelassen.  Weiterlesen

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