Mit schlechtem Gewissen fliegen? – Oder im Universum ankommen?

Wissen, Gewissen und Handeln – bzw. Nicht-Handeln – sind Dinge, die wir in unserer Kultur nicht selbstverständlich zusammenbringen.
So bekunden zum Beispiel laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Luftverkehrswirtschaft 62 Prozent der Grünen-Wähler, gern den Flieger zu nehmen und 49 Prozent sind faktisch in den letzten 12 Monaten vor der Umfrage geflogen; mit beiden Werten liegen sie deutlich über dem Durchschnitt der Wähler anderer Parteien. Weiterlesen

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Was ist mein/unser Antrieb, unsere treibende Energie und Vision?

Der Erwerb von Reichtum ist nicht mehr die treibende Kraft in unserem Leben. Wir arbeiten um uns selbst zu verbessern – und den Rest der Menschheit.
Der Captain der Enterprise, Jean-Luc Picard, aus dem 24. Jhdt., zu Lily Sloane, aus unserem Jahrhundert. In: Star Trek. First Contact (1996)

Und was ist meine treibende Kraft in meinem Leben und woher beziehe ich meine Energie? – Gute Frage. Kann ich auch beantworten: Weiterlesen

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Meditation – und Instrumentalisierung als Default-Einstellung

Wenn wir die Erfahrung gemacht haben, dass es uns hilft, gut durch den Tag zu kommen, wenn wir morgens eine halbe Stunde meditieren und uns deswegen diese – selbstverständlich sehr empfehlenswerte – Praxis mit einer gewissen Disziplin zu eigen machen und davon profitieren, dann tun wir das, wie alles, was wir tun, mittels und innerhalb unserer jeweils zugrundeliegenden Grundeinstellungen. Kann aber Meditation – z.B. gegenstandslose Meditation – uns auch darüber hinaus in eine wirkliche radikale Offenheit bringen? Vorausgesetzt, wir wünschen uns das …? Weiterlesen

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Langes Sitzen bei Sokrates

Gelegentlich gebe ich, nur so zum Spaß, bei amazon.de in das Suchfeld die beiden Begriffe «Glück» und «Buddhismus» ein. Die Menge der Buch-Vorschläge, die man dann angeboten bekommt, steigt ständig, momentan liegt sie allein bei den deutschen Titeln bei 1236 Büchern und auf englisch, bei amazon.com, sind’s 2136. (Man fragt sich jetzt, ob die Amerikaner besser sind im Glücklichmachen, weil sie mehr Bücher darüber schreiben, oder ob sie mehr Rat in Buchform nötig haben …) Weiterlesen

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25 Ways to Make Love to the Earth

Die «25 Ways to Make Love to the Earth» von Elizabeth Stephens und Annie Sprinkle beruhen auf einer Misskonzeption … – eine vielsagende Misskonzeption. Der letzte Satz «… until death brings you closer together» zum Beispiel geht wie selbstverständlich davon aus, dass wir, solange wir Leben, eine Distanz zur Erde haben könnten oder gar getrennt von ihr existieren würden, … Weiterlesen

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Zen-Buddhismus ohne Buddhismus?

Wir kennen Kaffee ohne Koffein, Würstchen ohne Fett, Bier ohne Alkohol und Kuchen ohne Zucker. Diese Dinge-ohne werden immer beliebter und sie gelten ganz allgemein als gesünder als die Dinge-mit. Auch mentale Techniken aus dem Hinduismus, dem Taoismus und dem Buddhismus werden heute gerne ohne den -ismus angeboten. Also zum Kaffee ohne Koffein das Zen ohne Buddhismus. Ist aber Zen ohne Buddhismus auch gesünder als mit?
Die Frage ist, ob wir das «ohne …» verstehen. Vollständig. Dazu eine Geschichte aus dem Film Ninotschka von Ernst Lubitsch (1939): Ein Mann kommt in ein Restaurant verlangt vom Kellner einen Kaffee ohne Sahne. Fünf Minuten später kommt der Kellner zurück und sagt, wir haben keine Sahne mehr, wir haben nur noch Milch. Darf ich den Kaffee auch ohne Milch bringen? Weiterlesen

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Vollständigkeit – statt «Glück» und «Effizienz». Nietzsche und Rinzai.

Als Gary Snyder, 1956 von Ruth Fuller Sasaki eingeladen, im Daitoku-ji in Kyoto praktizierte, schaute er sich den Betrieb einige Wochen an und als er alles inspiziert hatte, ging er mit einer Liste von Verbesserungsvorschlägen, was den Ablauf und die Organisation des Klosteralltags anging, zum Jikkijitsu. Der leitende Mönch hörte sich all die vernünftigen und auf Effiziens zielenden Vorschläge sehr höflich an, sagte aber nichts dazu. Dabei blieb es. Als Snyder einige Zeit später bei einem der Senior-Mönche nachfragte, was denn nun mit seinen Optimierungsvorschlägen wäre, nahm der alte Mönch den jungen eifrigen Amerikaner beiseite und erklärte es ihm.

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Was der Specht sagt

Der Specht klappte den Schnabel auf und zu. Ich stellte die Säge ab und nahm die Ohrenschützer vom Kopf. «’Tschuldigung, was haste gesagt?»
«Wieder nicht richtig zugehört, hm?» Mit einem Auge schielte der Specht in Richtung losem Borkenstück, ob sich da vielleicht was regen würde, mit dem anderen, sehr kritisch, zu mir. »Ich finde das nicht in Ordnung, hab‘ ich gesagt.»
«Äh, tja, sorry, aber … – kannste noch mal …»
«OK, wenn’s sein muss, gaaanz langsam, für tumbe ungefiederte Ohren:
I c h   f i n d e   d a s   n i c h t   i n   O r d n u n g.»
«Äh, ja, soweit hatte ich das schon …»
«Aha. Soweit hattest du schon. Und wieweit noch nicht? Weiterlesen

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Wen wollen wir eigentlich beeindrucken?

„People buy things they don’t need,
with money they don’t have,
to impress people they don’t like“
Clive Hamilton

Wir kaufen Sachen, um Leuten zu imponieren, die wir gar nicht besonders leiden können. Warum tun wir das und ist das wirklich so? Andere beeindrucken können hat tatsächlich einen evolutionären Vorteil. Verhaltensforscher beobachteten zum Beispiel einen halbstarken Schimpansen im Urwald, der einen leeren Benzinkanister gefunden hatte und gelernt, eindrucksvoll darauf herumzutrommeln. Kurz darauf hatte er so viel Aufmerksamkeit vom amtierenden Graurücken abgezogen, dass der an stressbedingtem Herzanfall starb und der Halbstarke zum Alpha-Männchen seines Clans aufsteigen und entsprechend Nachwuchs zeugen konnte. Trommeln gehört anscheinend nicht nur zum Handwerk sondern wird auch von der Evolution belohnt. Weiterlesen

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Zen-Training und „psychologische Barrieren“

„Sich etwas zu versagen ist bei weitem die schlimmste Form des Sichgehenlassens;
es zwingt uns zu glauben wir täten große Dinge,
während wir in Wirklichkeit auf uns selbst fixiert sind.“
Carlos Castaneda

Während seines ersten Jahres im Daitokuji überlegte sich Gary Snyder eine Reihe von Verbesserungen, die er für die Effizienssteigerung und die Beschleunigung des Arbeitsablaufes des Klosters in Küche und Garten für angebracht hielt. Schließlich sprach er mit dem Jikkijitsu, also dem verantwortlichen Mönch, über seine Vorschläge. Er wurde zunächst auch angehört und die Reihe seiner Vorschläge wurde höflich zur Kenntnis genommen. Aber dann nahm ihn einer der Senior-Mönche beiseite und klärte ihn schließlich auf: Wir wollen die Dinge hier, so erklärte er dem begriffsstutzigen und allzu eifrigen Westler, gar nicht schneller oder besser machen, weil es darum gar nicht geht. Es geht nicht um Effektivität. Es geht darum, daß du dein Leben vollständig lebst ( … live the whole live).

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